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»Wir sind die Sintflut«

16. Mai 2012

Eine bemerkenswerte Rede zu den aktuellen Vorgängen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft hat Georg Schramm anlässlich seiner Auszeichnung mit dem diesjährigen Erich-Fromm-Preis für humanistisches Denken und Handeln gehalten. Georg Schramm ist nach Dieter Hildebrandt wohl der bedeutendste politische Kabarettist in Deutschland. Bei dieser Preisverleihung tritt er zur Abwechslung mal als Privatperson auf, was aber der Brisanz seiner Worte natürlich keinen Abbruch tut – ganz im Gegenteil. Auch zu seiner eigenen Rolle im aktuellen Geschehen gibt der Preisträger erhellende Erläuterungen.

Mit seinen verschiedenen Figuren – vor allem dem nörgelnden Rentner Lothar Dombrowski – nimmt Schramm immer wieder das aktuelle politische und gesellschaftliche Geschehen aufs Korn und versucht auf derart eindringliche Weise, dem ahnungslosen Bürger die Augen zu öffnen, dass einem häufig das Lachen im Halse steckenbleibt. Er gehörte in der Vergangenheit zur Stammbesetzung der Kabarettsendungen »Scheibenwischer« und »Neues aus der Anstalt« und ist darüber hinaus schon auf unzähligen Bühnen mit seinen Soloprogrammen aufgetreten. Das aktuelle Programm trägt den Titel »Meister Yodas Ende«, doch auch die Vorgänger »Thomas Bernhard hätte geschossen« und »Mephistos Faust« haben es in sich. Mit etwas Glück lassen sich auch diese Auftritte im Internet finden – anschauen ist dann Pflicht!

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Die Rechnung ohne den Wirt …

28. April 2012

… hatte ich versehentlich wieder in diesem Frühjahr gemacht. Als es wärmer wurde, sah ich zuversichtlich dem erneuten Ergrünen der Natur entgegen und ging davon aus, dass Bäume und Sträucher nun die Gelegenheit bekämen, sich ein wenig zu vergrößern und sich etwas Lebensraum zurückzuholen. Doch da hatte ich in meinem jugendlichen Leichtsinn ganz den Menschen vergessen, der natürlich zur selben Zeit aus dem Winterschlaf erwacht und umgehend die Motorsäge und andere Maschinen zur Hand nimmt, um die Reste seiner natürlichen Umwelt wieder zurechtzustutzen und in »Ordnung« zu bringen. Ich finde es immer wieder erschreckend, wie bereitwillig und kurzsichtig jahrzehntealte Bäume und wertvolle Grünlandschaften aufgrund unbeständiger optischer oder wirtschaftlicher Vorlieben beseitigt werden.


Sauber flachgelegtes Wäldchen: So mag der Mensch seine Umwelt am liebsten

Der vernichtete ökologische Wert und die Beschädigung unserer Lebensgrundlage scheint dabei niemanden zu interessieren. Und da Ersatzpflanzungen häufig gar nicht oder nur in deutlich kleinerem Rahmen stattfinden, dürfte die ökologische Gesamtbilanz derartiger Maßnahmen negativ ausfallen. Zum Thema Gartengestaltung habe ich auf der Seite tierundnatur.de eine passende Aussage gefunden:

»Die ›eleganten‹ Kompositionen aus Rasen und Rhododendron, Torf und Terrassen, Kies und Koniferen zeugen von einem tief gestörten Verhältnis des Menschen zur Natur.«

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Telefonistin am Steuer

27. April 2012

Diesmal hatte ich keine Lust auf Ausweichmanöver, daher hielt ich mal relativ flott drauf zu und warf der Fahrerin, die mit ihrem Fahrzeug den Radweg blockierte, einen missbilligenden Blick zu. Sie war zwar mit Telefonieren beschäftigt, hatte dann aber doch so viel Angst um ihr Auto, dass sie ein wenig in die Seitenstraße zurücksetzte. Begünstigend wirkten dabei sicherlich die zwei anderen Radler, die hinter mir fuhren.

Ebenfalls wenig kompetent in Sachen Verkehrsregeln schien der Autofahrer zu sein, der mit seinem Geländewagen auf einem asphaltierten Rad- und Fußweg durch ein kleines Waldstück entlangfuhr. Die Spaziergänger sahen ihm empört hinterher. Wenigstens ließ er mich vorbei, als ich ihn eingeholt hatte – aber wahrscheinlich wollte er an der Stelle sowieso parken. Was ein Zahntechniker dort im Wäldchen zu suchen hat, kann ich mir jedoch nicht erklären.77ja

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Der Kampfradler

13. April 2012

Bei der Frankfurter Neuen Presse habe ich einen wunderbaren Kommentar gefunden, der sich auf die von Verkehrsministerdarsteller Ram(pen)sauer ausgelöste Medienhetze gegen Radfahrer bezieht.

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Osterschrauberei

8. April 2012

Den heutigen Ostersonntag habe ich unter anderem dazu genutzt, ein paar Arbeiten an meinem Fahrrad zu erledigen. Dazu habe ich es mal wieder in meine Werkstatt (lies: Wohnung) geholt.

Als Erstes erfolgte der Wechsel des Vorderrads. Weil es nun wieder ausreichend hell ist, verzichte ich ab sofort auf meinen Dynamo. Das reaktivierte Original-Vorderrad ist also ab heute wieder im Einsatz. Vermutlich wird sich der geringere Rollwiderstand positiv bemerkbar machen, eine Testfahrt steht allerdings noch aus.

Außerdem habe ich nach fast elf Jahren den Gepäckträger gewechselt. Nach der Montage des Addit von Racktime bekam ich jedoch erst mal einen kleinen Schock: die Ortlieb-Tasche passte nicht! Enttäuscht überlegte ich, was nun zu tun wäre – flacheres Rücklicht kaufen? Andere Tasche kaufen? Alten Gepäckträger wieder anbauen? Doch dann fiel mir zu meiner großen Erleichterung beim erneuten Betrachten der Tasche auf, dass sich die Haken problemlos verstellen lassen – natürlich! Ortlieb wäre nicht Ortlieb, wenn es nicht auch für dieses Problem eine einfache Lösung gegeben hätte. Wieder einmal hat die Tasche ihre Alltagstauglichkeit bewiesen. Nach kurzem Verschieben der Haken passt sie problemlos auch an den neuen Gepäckträger, der mir übrigens gut gefällt. Er ist recht schmal gebaut, weshalb der Rückstrahler zum Teil von den hinteren Streben verdeckt wird, aber das stört mich nicht. Die Montage war einfach und die tiefergelegte Reling zum Einhängen der Taschen lässt oben ausreichend Platz für weiteres Gepäck.

Damit der neue Träger nicht genauso wie der alte von der Ortlieb-Tasche angeknabbert wird, habe ich ihn an den entsprechenden Stellen mit Gummistreifen aus einem alten Fahrradschlauch umwickelt.


Neuer Gepäckträger: einmal mit und einmal ohne Tasche. Der an der Tasche baumelnde Schlüsselanhänger ist logischerweise von den Seenotrettern.

Eine kleine Ausbesserungsarbeit musste ich noch am Schaltzug erledigen. Die rote Hülle von Shimano lässt sich nur widerwillig in engen Bögen verlegen und rutschte daher beim Ausbau des Hinterrads schnell aus der Endkappe und der Halterung heraus. Ich habe am Schaltwerk nun eine etwas längere Hülle und längere Endkappen montiert. Den Zug musste ich dafür nicht wechseln.

Anschaffungen:

• Gepäckträger Racktime Addit (schwarz) inkl. Federklappe
• 1 Schlauch Schwalbe SV 17

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Kleine Richtigstellung

6. April 2012

Vor einer Weile habe ich hier behauptet, mein letzter Sturz wäre ca. 1993 gewesen. Das muss ich nun aber korrigieren, denn mir ist eingefallen, dass ich 1999 (oder vielleicht auch 2000) auch noch mal gestürzt bin – allerdings eher freiwillig. Ich war damals mit meinem Hercules-Cityrad mit Nabenschaltung auf einer abschüssigen Straße unterwegs, welche direkt auf eine Kreuzung zuführte. Die Vorderradbremse war wegen eines gerissenen Bremszugs zu der Zeit defekt. Als ich relativ flott über eine Unebenheit auf der Fahrbahn fuhr, sprang auf einmal die Kette ab, so dass auch die Rücktrittbremse nicht mehr zur Verfügung stand. In den wenigen Sekunden, die mir bis zum Erreichen der Kreuzung noch blieben, entschied ich mich für einen freiwilligen Sturz und lenkte mein Rad über den Gehweg auf einen Grünstreifen, wo ich mich mehr oder weniger elegant auf die Seite fallen ließ.

Diese kleine Anekdote wollte ich hier mal erwähnt haben, denn sie zeigt auch, warum es besser ist, mit einem technisch gepflegten Rad und zwei voneinander unabhängigen Bremsen unterwegs zu sein (auch wenn die Holländer das anders sehen).

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Kreativer Lastentransport

2. April 2012

Beim erneuten Besuch des autofreien Stadtviertels »Stellwerk 60« habe ich zum wiederholten Male eine sehr kreative Art des Lastentransports erlebt. Wenn einem kein Auto und auch kein spezielles Lastenfahrrad zur Verfügung stehen, kann man nämlich auf kurzen Strecken auch auf ein Skateboard ausweichen. Das auf dem Fußweg geschobene und mit drei übereinandergestapelten Getränkekisten beladene Board rollte stabil und erwies sich auch in engen Kurven als äußerst wendig. Lenken ist logischerweise problemlos möglich, indem man die Ladung zur Seite neigt.

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Mikrolöcher …

1. April 2012

… sind noch lästiger als Minilöcher. Nachdem mein Fahrrad am Donnerstag schon wieder verdächtig auf der Straße klebte und ich den Eindruck hatte, ich zöge ein unsichtbares Gewicht hinter mir her, musste ich feststellen, dass der Luftdruck im Hinterreifen erneut gesunken war. Bei der heutigen Untersuchung im Wasserbad entdeckte ich dann im direkten Umfeld des letzten Flickens vier klitzekleine Luftblasen, die im Laufe einer halben Minute langsam größer wurden und dann zur Oberfläche aufstiegen. Offenbar hatte ich den Schlauch beim Flicken zu stark aufgeraut und damit ein paar minimal luftdurchlässige Stellen geschaffen. Um weitere Probleme zu vermeiden, habe ich nun den Schlauch gewechselt und den alten in meine Restekiste befördert. Beim nächsten Flicken werde ich wohl sorgfältiger vorgehen müssen – man lernt nie aus.

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Und aus den Wiesen steiget …

28. März 2012

Ganz im Gegensatz zu den Autofahrern konnte ich mir heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit ein wenig Zeit nehmen, um das doch eher seltene Naturschauspiel in der Umgebung zu betrachten und zu fotografieren. Über einem Feld hatten sich imposante Nebelschwaden gebildet, die der morgendlichen Landschaft eine ganz besondere Stimmung verliehen (siehe Fotos).

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Die Idiotin des Tages …

27. März 2012

… kam mir vergangenen Freitag auf dem Radweg entgegen – auf einem Motorroller. Glücklicherweise entschied sie sich im letzten Moment dafür, meinem Rad und meinem Blick auf den Gehweg auszuweichen. Ich frage mich allmählich, ob man beim Kauf eines Rollers seinen Verstand an der Kasse abgeben muss.

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